GEDANKEN . KONZEPTE . IDEEN

Zukunftswerkstatt "IT meets Logistik"

"Lernen, was die Zukunft von uns fordert. Gestalten, wie wir uns die Zukunft vorstellen."

 

Unter diesem Motto stand die Zukunftswerkstatt "IT meets Logistik", an der wir mit weiteren Bremer Akteuren jüngst mitwirken konnten.

 

 

Ihren Erlebnisbericht zur Veranstaltung schildern die Auszubildenden Erik Hagedorn und Tobias Vondenhagen von der dbh Logistics IT AG wie folgt:

 

"Letzte Woche Donnerstag hatten wir die Möglichkeit, an einem externen Workshop teilzunehmen, der von bremen digitalmedia, den LogistikLotsen für die Metropolregion Nordwest sowie dem Projekt BBNELobby (Berufliche Bildung für Nachhaltige Entwicklung) organisiert wurde. Ziel des Workshops war es, Zukunftsbilder zu erstellen, wie wir uns eine Ausbildung im Bereich Logistik und IT in fünf Jahren, also im Jahr 2030, vorstellen. Diese Zukunftsbilder erstellten wir nicht nur für uns, sondern sie dienen als Grundlage für einen zweiten Workshop mit Ausbildern, Gewerkschaftern und Geschäftsführern, in dem konkrete Ziele und Schritte erarbeitet werden sollen, um unseren Zukunftsbildern näher zu kommen.

 

Der Workshop fand im BAB LAB  in Bremen statt. Die Agenda wurde nicht klassisch auf einem Flipchart festgehalten, sondern mithilfe bunter Klebestreifen im gesamten BAB LAB visualisiert. So wurden Ecken im Raum zu „Stationen“, die über Pfeile auf dem Boden miteinander verbunden waren, sodass der gesamte Raum für den Workshop genutzt wurde. Der Einfachheit halber zeichne ich hier keine Skizze des Raumes, sondern liste die Agenda kurz auf und berichte zu den jeweiligen Punkten, was wir dort getan haben.

 

Check-In
Zu Beginn wurden wir durch das Büro und die verschiedenen „Stationen“ geführt, und die typischen Spielregeln eines Workshops wurden erläutert. Anschließend kamen wir zur ersten Station, dem „Netz der Gemeinsamkeiten“. Eine für mich neue Methode, um die Teilnehmenden schnell und effektiv kennenzulernen und das Eis zu brechen. Die Aufgabe war einfach: Jeder schrieb seinen Namen auf ein Plakat, suchte sich eine andere Person und es wurde nach einer Gemeinsamkeit gesucht. Wurde eine Gemeinsamkeit gefunden, zog man eine Linie zwischen den beiden Namen und vermerkte die Gemeinsamkeit darauf. Nach nicht einmal zehn Minuten lag vor uns ein Plakat mit 25 Namen und unzähligen Verbindungen zwischen den Teilnehmenden. Die bunte Mischung aus Studierenden und Auszubildenden im Alter von 18 bis 28 Jahren stellte sich somit gegenseitig vor, und wir kamen alle ins Gespräch.

 

Stimmungsbild
Die nächste Station, das „Stimmungsbild“, war direkt unter dem „Netz der Gemeinsamkeiten“ auf dem Boden aufgebaut in Form einer Skala mit vier Feldern. Die erste Frage lautete: „Wie zuversichtlich bist du, dass sich die Zukunft positiv entwickelt?“ Hier gab es eine leichte Mehrheit, dass die Zukunft positiv sein wird. Die Anschlussfrage lautete: „Ich denke, ich habe Einfluss darauf, dass sich meine Wunschvorstellungen von der Zukunft erfüllen.“ Hier zeigte sich ein breites Spektrum von Teilnehmenden, die überzeugt waren, vieles selbst in der Hand zu haben, bis hin zu „Es kommt, wie es kommt“ Einstellungen. Was wir daraus mitgenommen haben: Wir hatten eine Gruppe, die viele verschiedene Perspektiven und Standpunkte abbildet und somit beste Voraussetzungen bietet vielfältige Zukunftsbilder zu gestalten.

 

Mögliche Zukunftsjobs
Diese Station sollte einen kreativen Anstoß geben, um mögliche Zukunftsjobs kennenzulernen. Die Ideen reichten vom KI-Ethik-Consultant, der KI überwacht und berät, wie sie mit Menschen umgehen soll, bis zum Personalcoach aber nicht klassisch fürs Fitnessstudio, sondern zur Förderung mentaler Gesundheit und zur Stressreduktion.

 

STEEP-Analyse (Social, Technological, Economical, Ecological, Political)
Mit den kreativen Denkanstößen aus der vorherigen Station suchten wir für jeden Bereich der STEEP-Analyse je einen relevanten Punkt aus, den wir für zukünftige Ausbildungen wichtig fanden. Die am häufigsten genannten Themen waren: KI-Nutzung im beruflichen Alltag, Nachhaltigkeit, Work-Life-Balance und Aufstiegschancen.

 

„Früher war alles besser“
Im nächsten Schritt gingen wir gedanklich in die Vergangenheit: Wir wählten eine ausbildende Person aus der älteren Generation aus unserer Kleingruppe aus, stellten sie vor und sammelten, welche Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Möglichkeiten diese Person damals geprägt haben also Dinge, die wir uns für die Zukunft bewahren möchten.

 

Wishlist Ausbildung
Zur Mittagszeit ging es gemeinsam in die Markthalle, wo wir Zeit zum Essen hatten. Währenddessen hatten wir die Aufgabe, eine „Wishlist“ zu formulieren: Was wünschen wir uns für die zukünftige Ausbildung? Freiwillige stellten ihre Wunschlisten nach dem Mittagessen in der Gruppe vor.

 

Zukunftsbilder
Gestärkt nach dem Mittag machten wir uns an die Abschlussaufgabe: Die Ergebnisse der vorherigen Stationen sollten reflektiert und künstlerisch auf einem Zukunftsbild dargestellt werden. Am Ende entstanden fünf unterschiedliche Zukunftsbilder aus den Kleingruppen mit teils sehr verschiedenen Ansätzen. Wiederkehrende Themen waren Nachhaltigkeit, der Einsatz neuer Technologien und ein wertschätzendes Miteinander während der Ausbildung. Die Zukunftsbilder wurden im Plenum vorgestellt und gemeinsam besprochen, um alle Details verständlich zu dokumentieren. Das ist wichtig, weil genau diese Bilder die Grundlage für den nächsten Workshop mit Ausbildern, Gewerkschaftern und Geschäftsführern bilden.

 

Check-Out
Zum Abschluss gab es ein klassisches Check-Out mit durchweg positivem Feedback: Besonders gelobt wurden die Gruppendynamik, die rege Beteiligung an den Aufgaben und die professionelle sowie angenehme Moderation der Veranstaltenden. Am Ende erhielten wir ein Zertifikat als „Zukunftsnavigator“ und traten den Feierabend an, mit vielen neuen Denkanstößen und Erfahrungen.

 

Damit kommen wir zum Ende unseres Rückblicks auf den Workshop. Ehrlich gesagt hatten wir ganz andere Vorstellungen davon, was uns in diesem Workshop erwarten würde, waren aber dennoch angenehm überrascht. Wir möchten hiermit gerne noch einmal dazu ermutigen, an der zweiten Runde des Workshops teilzunehmen, damit die von uns erarbeiteten Zukunftsbilder für die zukünftigen Auszubildenden Wirklichkeit werden können.

 

Wir bedanken uns bei allen, die bis hierhin mitgelesen haben, und hoffen, dass ein wenig von der tollen Atmosphäre, die wir im Workshop erleben durften, bei euch angekommen ist und ihr einen kleinen Einblick bekommen habt, wie die junge Generation Ausbildung und deren Zukunft sieht."

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